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Bild: WAZ-online vom 24.08.2015

 

 

 

 WAZ-Artikel zum neuen Buch: “Muskelkater vom Leben”, 08.02.2017

WAZ-Artikel vom 08.02.17 über mein neues Buch:"Muskelkater vom Leben"

Artikel vom 19.08.2015, WAZ – Essen – Kultur & Unterhaltung

Sein Revier ist das Ruhrgebiet

Winfried Thamm ist Deutschlehrer von Beruf, aber schon in seiner Jugend hat er literarisch Blut geleckt. Die Hauptfigur seiner „Harras“-Krimis leben, lieben und hassen natürlich mitten in Essen.

Seit 1955 in Altenessen und später in Huttrop aufgewachsen, ist Winfried Thamm Essener durch und durch. Eigentlich ist Thamm Deutsch- und Kunstlehrer, doch er „hampelt immer zwischen drei kulturellen Ausdrucksformen herum: der Musik, der Kunst und der Schreiberei.“ Diese Leidenschaften begleiten ihn bereits seit seiner Kindheit: Mit acht Jahren lernt er Klavier spielen, später Gitarre, außerdem schreibt er Lieder für seine eigene Band. Er versucht sich auch an Gedichten und Romanen und wird in seiner Jugend literarisch sowie künstlerisch von der Neuen Sachlichkeit in den Bann gezogen. In den 90ern tritt er mit seinem Freund als Kabarett-Duo auf, für das er auch die Texte schreibt. Kabarett war dann zwar doch nicht so sein Ding, doch das Schreiben wie auch Theater spielen entwickelte sich immer mehr und blieb. Irgendwann wollte Thamm dann „nicht mehr nur für die Schublade schreiben, sondern auch mal ein Buch rausbringen“.

Spießer trifft auf Egomanen

Gesagt, getan: 2010 wird sein erster Roman „Glück geht anders, Unglück auch.“ veröffentlicht. 2012 erscheint der Krimi „Harras – der feindliche Freund“ im OCM-Verlag, dieses Jahr folgte die Fortsetzung „Harras – Alles wird böse, dessen Hauptfiguren Henning und Harras selbstverständlich auch in Essen leben. Regionalkrimis also? Nicht ganz: Thamm wollte keinen typischen Ruhrgebietskrimi in Ruhrdeutsch schreiben, das sei „zu klischeehaft und pauschal“. Die Leute würden dadurch dumm und platt dargestellt, bemängelt Thamm. Tatsächlich wollte der Essener seine Geschichte in einen Rahmen betten, in dem er sich selbst gut auskennt. Henning und Harras leben, lieben und hassen in Essens Straßen und Kneipen, ihre Charaktere sind geprägt durch die teils familiäre, teils raue Atmosphäre der Ruhrmetropole. Was auffällt, sind einige Parallelen des Autos zu seinem Protagonisten Henning: die politische Gesinnung, das Klavierspiel, die Liebe zum Jazz, beide haben Frau und Kind. Besonders der Wert, den sie in der Familie sehen, verbinden den Autor und seine Schöpfung.

Trotz der Parallele zu den Figuren sei die Geschichte jedoch keineswegs autobiografisch – er wolle auch „keine Bekannten darin verwursten“, denn das könne ganz schnell peinlich werden. Eine gewisse Sozialkritik ist dem insgesamt recht klassisch geschriebenen Roman nicht abzusprechen, der Hauptaspekt liege aber auf dem Plot, der sich um die komplizierte Hassliebe zwischen den beiden Männern windet.

Selbsterklärtes Ziel des Autors sei ein unterhaltsamer Krimi, der jedoch auf nachdenklich machende Art zwei Weltbilder aufeinanderprallen lässt: die beinahe spießbürgerliche Familienwelt des sozial und grün eingestellten Hennings trifft auf die verbitterte, nüchterne Einstellung des Egomanen Harras, für den die Welt von Grund auf schlecht ist. Während der erste Harras-Roman rückblickend geschrieben ist, ist der zweite sehr viel breiter angelegt: Der Leser taucht gänzlich in Hennings Leben samt Familie, Freunde und Firma ein. Die kriminalistische Handlung entwickelt sich übrigens erst in der zweiten Hälfte des Romans, in der die Freundschaft der beiden in Hass und Intrigen umschlägt. Wer also den klassischen Krimi mit Leiche am Anfang und Lösung am Ende erwartet, wird enttäuscht – ein bei dem Begriff „Regionalkrimi“ unvoreingenommener Leser wird jedoch mit einer soliden, unterhaltsamen Geschichte versorgt, die einen sowohl politisch als auch emotional ins Grübeln bringen kann.

Als Deutschlehrer und somit Mann vom Fach gelingt Thamm ein teils bewusst, teils unbewusst stilistisch gut strukturierter Roman mit einem angenehm klassischen, überwiegend neutralen Erzählstil.

von Marla Steinweg

Kleines Budget, große Geschichte

WAZ 21.06.2013 | 21:29 Uhr

Prösterchen! Szene aus Philipp Peißens Kurzfilm „Venedig nur mit dir“. Jan Philip Keller spielt Lutz, den Sohn, der im Schatten seines erfolgreichen Vaters steht.

So viel Essen war selten in einem Kurzfilm: Philipp Peißen hat für sein erstes Projekt ganz viel Unterstützung aus der Heimat bekommen. Sonntag ist Premiere für „Venedig nur mit dir“

Denken wir beim Filmemachen mal nicht an Hollywood, an Millionengagen und dicke Werbeetats. Denken wir an Summen, für die sich mancher nur ein chices Fahrrad kaufen. An Statisten, die am heißesten Tag des Jahres wie im vergangenen August, klag- und bezahlungslos in ihre feinen Anzüge schlüpften und vor der Kamera schwitzten. Denken wir an all die freiwilligen Helfer für Musik und Maske und den TV-bekannten Hauptdarsteller Vittorio Alfieri (Wilsberg), der fürs Filmprojekt frühzeitig aus dem Familienurlaub kam. Wenn Philipp Peißen über die Arbeit an „Venedig nur mit dir“ spricht, gerät er ins Schwärmen.

Am Wochenende wird dieses Film gewordene Gemeinschaftserlebnis mit 250 Gästen im Filmstudio gefeiert. Es wird viel Musik geben und ein bisschen Euphorie. Denn eines ist für Peißen schon klar: Der Film muss auf die Festivals, am liebsten die Oberhausener Kurzfilmtage oder nach Hof.

Peißen ist eigentlich schon seit vielen Jahren im Filmgeschäft. Als Kameramann einer Essener Firma, die vor allem Industriefilme produziert, hat er schon viele filmreife Locations entdeckt. Die Villa der Stiftung Olbricht in Kettwig beispielsweise, die ihm am Ende sogar als Drehort zur Verfügung stand. Auch den Umbau des Glückaufhauses hat er von Anfang an begleitet. Für den Essener Kameramann war deshalb klar: „Wenn mein erster Film irgendwann Premiere feiert, dann hier!“ Der Traum ist wahr geworden, wie viele andere auch.

Dabei ist Peißen eigentlich „nicht der Typ, der auf Happy Ends steht“. Deshalb hat ihm auch Winfried Thamms bitterzarte Familiengeschichte so gefallen. Der Essener Autor, von Hause aus Pädagoge, hat 2010 seinen ersten Erzählband herausgebracht. Bei einer Lesung in der Mayerschen Buchhandlung ist er Drehbuchautor Johannes Lingnau aufgefallen. Eine Weile später erreichte ihn eine Anfrage bei Facebook. Seither ist Thamm ein begeisterter Filmmitarbeiter.

Allein sein Kurzgeschichten-Titel ist verschwunden: „Nach dem Dessert“. Für Süßes hat Zeit und Etat doch nicht mehr gereicht.

Von Martina Schürmann

 

Venedig nur mit dir

 

Deutschland 2013; Regie/Kamera/Schnitt: Philipp Peißen; Buch: Winfried Thamm; Drehbuch: Johannes Lingnau; Produktionsleitung: Bernadette Siebers; 16 Minuten; FSK ab 12 Jahren

Sonntag 23. Juni um 12.00 Uhr im Filmstudio:

Premieren-Matinee des Kurzfilms mit Vorstellung des Teams

Anwesenheit der Schauspieler: Vittorio Alfieri und Emilie Haus, Regisseur Philipp Peißen, Drehbuch Johannes Lingnau, Autor Winfried Thamm;

Der Film im Internet: www.facebook.com/vnmd.film


 

Das Drama “Venedig nur mit dir” erzählt die Geschichte eines erfolgreichen Staatsanwaltes, der mehr als nur väterliche Zuneigung zu seiner Tochter verspürt. Noch hat er diese Gefühle weitgehend unter Kontrolle, aber die Furcht, diese Kontrolle bald zu verlieren, treibt ihn in eine ausweglose Situation. Umrahmt wird die Geschichte von der Geburtstagsfeier des Vaters und der Lobrede seines karrieristischen Sohnes Lutz.

Nach der Kurzgeschichte „Nach dem Dessert“ des Essener Buchautors Winfried Thamm entstand das Drehbuch von Johannes Lingnau und wurde von dem jungen Filmemacher Philipp Peißen unter der Produktionsleitung von Bernadette Siebers realisiert. Der 16minutige no-budget Kurzfilm wurde unabhängig von Fördermittel realisiert. Mit Vittorio Alfieri, bekannt aus der ZDF Krimi-Reihe „Wilsberg“ als Chef der Steuerfahndung und erfahrener Theater- und Fernsehschauspieler, wurde die Rolle des Staatanwaltes Hermann Bomburg besetzt. Mit Emelie Haus als Rebecca Bomburg konnte die Abiturientin und angehende Studentin an der Pariser Schauspielschule engagiert werden. Lutz Bomburg wird verkörpert von Jan Philip Keller, der zum festen Theaterensemble „Sandkorn“ in Karlsruhe gehört. Ute Gollan, hauptberuflich Lehrerin und Mitglied des Ensembles „Theater Schräglage“ in Essen, spielt die Frau von Hermann Bomburg und Amanda da Glória, Artist Diploma Studentin der Folkwang Universität der Künste Essen/Bochum, wurde als Freundin von Lutz besetzt.

Filmspiegel Essen 06.2013

 

 

WAZ-Artikel vom 10.09.2010

Kultur

Miniaturen des Glücks

10.09.2010 | 11:56 Uhr

Essen.Der Lehrer Winfried Thamm geht mit 55 Jahren unter die Debüt-Autoren. Ein Verlag bringt 14 Prosageschichten im Taschenbuchformat heraus.

 Winfried Thamm hat seinen Traum vor sich auf dem Tisch liegen: Sein erstes eigenes Buch. „Glück geht anders. Unglück auch“ steht da auf dem schmalen Band über dem verblassten Motiv einer kargen Landschaft, darüber sein Name. Winfried Thamm wird während des Gesprächs des Öfteren mit seinen beiden Handinnenflächen die Ränder seines Erstlingwerks festklopfen, so als könnte eines der Worte herausfallen. Oder gleich eine der 14 Geschichten, die er unter all’ den anderen aus seinem Textarchiv herausgesucht hat. „Ich schreibe aus einem inneren Bedürfnis heraus“, sagt der 55-jährige aus Bergerhausen, „Schreiben hilft mir die Welt zu sortieren.“

Erst die Kür, dann ein Verlag

Seine Welt sortiert Thamm ausschließlich in seiner Freizeit, denn sein Beruf ist Lehrer. Deutsch und Kunst unterrichtet der Familienvater an einer Schule in Duisburg-Rheinhausen. Noch an der Universität wunderte er sich, dass Kunststudenten selbst malten, im Fach Germanistik aber ausschließlich interpretiert und analysiert wurde. Also schrieb er, der Sohn eines Straßenbahnfahrers und einer Schneiderin aus Altenessen, nur für sich. Nicht alle Texte bleiben im stillen Kämmerlein, denn Thamm übte sich eine Zeit lang als „zwei Atü“ im Duo (mit Leo Kowald) erst auf Kabarett-, dann auf Amateurtheaterbühnen mit Namen wie „Schräglage“. Songtexte schrieb er auch. „Ich wollte mal der zweite Konstantin Wecker werden“, erinnert sich Thamm und muss dabei ein wenig schmunzeln.

Was von dieser Zeit geblieben ist, liest man in seinen Geschichten: gute Dialogführung. Nicht umsonst wurde seine Liebesgeschichte „Zugvögel“ von einer Jury im Jahr 2007 zur besten Erzählung gekürt und zusammen mit anderen im Band – „ …manchmal werden Orte zufällig romantisch“ (Klartext-Verlag) – veröffentlicht. Nun, drei Jahre später sein erstes eigenes Buch. Ein Lebenstraum, wie er es selbst nennt. Und eine Anerkennung. „Wenn dir ein Verlag sagt, ja, wir können uns vorstellen, mit deinen Geschichten Geld zu verdienen, dann schmeichelt das“, sagt Thamm. Woran er sich noch gewöhnen muss, sind die Reaktionen auf sein Schreiben. Er, der Deutschlehrer, der es gewohnt ist, Texte anderer zu besprechen, wird nun besprochen. „Man fühlt sich ein wenig ausgeliefert. Gleichwohl veröffentlicht ein Autor auch, weil er sich Reaktionen auf sein Schreiben wünscht.“ Thamm jedenfalls tut es.

Und Thamm mag das Karge. Seine Prosa nimmt keine Umwege, malt nichts aus – und lässt an einigen Stellen doch Bilder vor dem inneren Auge des Lesers entstehen. Ein typischer Thamm liest sich etwa so: „Es ist Nachmittag, wir waren gerade im Meer, getollt wie die jungen Hunde.“

Seine literarischen Vorbilder wie Erich Maria Remarque werden der Neuen Sachlichkeit zur Zeit der Weimarer Republik zugeordnet. „Da explodiert nichts“, beschreibt Thamm diese Stilrichtung und schwärmt von Erich Kästners „Sachliche Romanze“. Seine Geschichten – mal dramatisch, mal heiter bis komisch – lesen sich wie Miniaturen vom flüchtigen Glück, das nicht gewährt, sondern von Menschenhand gemacht wird – bis es der Zufall wie einen Laubblätterhaufen wieder durchwirbelt. Für Thamm ist dieses Chaos namens Leben nur durchs Schreiben in Ordnung zu bringen.

Nikolaos Georgakis

WAZ-Artikel vom 28.02.2012

WAZ Lokalteil, Stadtteile Rüttenscheid… derwesten.de nrz.online.de 27/28.02.2012

Roman-Debüt

Von Freundschaft und Begierde

27.02.2012 | 19:10 Uhr

Bergerhausen.Der Titel könnte widersprüchlicher kaum sein: „Harras, der feindliche Freund“ hat der Bergerhauser Winfried Thamm seinen Debüt-Roman genannt. Es ist ein Buch über Freundschaft; über die Freuden, aber auch über die Zwänge, die eine solche Verbindung mit sich bringt. Doch es ist auch ein Buch über Begehrlichkeiten und heimliche Begierden, die mit-unter in „abgründigen Vorstellungen münden“, wie der Autor verrät. Kein Zweifel: Thamms Erst-lingswerk besitzt wahrhaft Thriller-Qualitäten.

„Das Schreiben hat mir schon immer am Herzen gelegen“, sagt Thamm, obgleich ihm sein Studium der Germanistik dazu nur wenige Chancen bot. „Damals habe ich Texte ausnahmslos analysiert und interpretiert“, erinnert er sich. Und später, als Lehrer für Deutsch und Kunst in Duisburg-Rheinhausen, ging und geht es in erster Linie darum, anderen etwas beizubringen. „Dass mir das Unterrichten liegt, habe ich erst während meiner Ausbildung gemerkt“, sagt der 56-Jährige. Das Schreiben hat er jedoch nie vergessen.

„Meine Mutter war sehr bildungsambitioniert“, erzählt er. Nur aus Geldmangel hatte die gelernte Schneiderin die Mittelschule verlassen müssen. Mit acht Jahren saß Thamm erstmals am Kla-vier. Das Gitarrenspiel brachte er sich selbst bei. Sein Vater, ein Straßenbahnfahrer, sorgte dafür, dass zwei seiner drei Söhne Abitur machen konnten. Erst 13 Jahre nach seinem Studium im Jahr 1986 sollte Thamm seine Lehrerstelle in Rheinhausen erhalten. „In der Zwischenzeit habe ich völlig unterschiedliche Arbeitswelten kennengelernt, um mich zu finanzieren“, sagt er. Und irgendwie sind diese Lebenserfahrungen auch in meine Texte eingeflossen.“

Anfangs schrieb er für das Duo „zwei Atü“, das er gemeinsam mit Leo Kowald gründete. „Musik und Politik waren unsere Sache“, sagt Thamm. Kabarettisten wie Richard Rogler, Konstantin Wecker und Dieter Hildebrandt nennt er als Vorbilder. „Irgendwo waren wir auch Comedians, doch ich hätte mich damals wohl eher über den Deutschen Kleinkunstpreis gefreut“, schmunzelt er.

Seit sieben Jahren steht er mit dem Amateur-Ensemble „Schräglage“ auf der Bühne; mit Menschen, die er „immer wieder auf gemeinsamen Theaterseminaren getroffen hat“. Der Name ist Programm: „Wir zeigen Skurriles und Absurdes“, sagt Thamm. „Dabei inszenieren wir die Balkonszene von Romeo und Julia beispielsweise sturztrunken oder nehmen uns auch mal Stücken von Woody Allen an.“

Ansonsten übt sich Thamm in Kurzgeschichten. Als Co-Autor einer Dortmunder Autorengruppe beschreibt er „einen Tag, an dem der BVB Deutscher Meister werden könnte“. Im Laufe der Zeit wird seine Prosa umfangreicher, die Texte länger. Dennoch habe ihn der „Harras“ schon etwas Überwindung gekostet. „So ein Roman ist eben doch eine ganz andere Hausnummer“, wie er zugibt.

Sein jüngstes Werk erzählt das „zufällige“ Wiedersehen zweier einst verschworener Freunde nach jahrzehntelanger Trennung. Zum einen Harras Stelzer, eine Figur, die Thamm als „reich, charmant, aber auch als berechnend, ja sogar brutal“ beschreibt. „Da gibt es einen Ansatz zum Diabolischen.“ Sein alter Freund heißt Henning Wennemann, der, im Gegensatz zum „Lebe-mann Harras“, ein intaktes Familienleben pflegt. Beide sind schnell wieder voneinander faszi-niert. Während Wennemann dem „Bürgerlichen“ entfliehen möchte, dringt Harras auf perfide Weise immer tiefer in dessen heile Welt ein – bis es schließlich zum Eklat kommt.

Geboren wurde die Romanidee übrigens auf einer realen Geburtstagsparty vor Jahren, auf der Thamm viele alte Schulkollegen traf. Thamm verarbeitet einige Erinnerungen in seinem Roman, verwendet sogar reale Straßennamen, „doch die Personen haben mit der fiktiven Handlung nichts zu tun“, sagt Thamm. Das Ende seines Romans lässt der Autor bewusst offen. „Das bot sich einfach an“, sagt Thamm, „Eine Fortsetzung ist für das nächste Jahr bereits geplant.“

Lesung im Grend

Seinen Roman „Harras – der feindliche Freund“ stellt Winfried Thamm bei einer Lesung im Kul-turzentrum Grend, Westfalenstraße 311, am Freitag, 23. März, 20 Uhr, vor. Einlass ist um 19.30 Uhr.

Michael Heiße

Kurzbesprechung in der WAZ vom 18.04.2012 im Nordwestteil Essen

 

 

 

 

 

 

 

 

kleine Buchbesprechung im coolibri, 05/2012

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Film
Kleines Budget, große Geschichte
21.06.2013 | 21:29 Uhr
Kleines Budget, große Geschichte
Prösterchen! Szene aus Philipp Peißens Kurzfilm „Venedig nur mit dir“. Jan Philip Keller spielt Lutz, den Sohn, der im Schatten seines erfolgreichen Vaters steht.So viel Essen war selten in einem Kurzfilm: Philipp Peißen hat für sein erstes Projekt ganz viel Unterstützung aus der Heimat bekommen. Sonntag ist Premiere für „Venedig nur mit dir“Denken wir beim Filmemachen mal nicht an Hollywood, an Millionengagen und dicke Werbeetats. Denken wir an Summen, für die sich mancher nur ein chices Fahrrad kaufen. An Statisten, die am heißesten Tag des Jahres wie im vergangenen August, klag- und bezahlungslos in ihre feinen Anzüge schlüpften und vor der Kamera schwitzten. Denken wir an all die freiwilligen Helfer für Musik und Maske und den TV-bekannten Hauptdarsteller Vittorio Alfieri (Wilsberg), der fürs Filmprojekt frühzeitig aus dem Familienurlaub kam. Wenn Philipp Peißen über die Arbeit an „Venedig nur mit dir“ spricht, gerät er ins Schwärmen.

Premiere im Filmstudio:

„Venedig nur mit dir”

Der Filmemacher Philipp Peißen feiert am Sonntag, 23. Juni, um 12 Uhr die Premiere seines Kurzfilms „Venedig nur mit dir” im Filmstudio Glückauf, Rüttenscheider Straße 2. Der Theater-, Film- und Fernseh­schauspieler VittorioAlfieri (u.a. „Wilsberg”) spielt die männliche, Jungschauspielerin Emilie Haus die weibliche Hauptrolle. Der Film setzt die Kurzgeschichte „Nach dem Dessert” von Autor Winfried Thamm in Szene. Drehort war ein Anwesen vor den Toren Essens. Kostenloser Einlass ist nur mit An­meldung per E-Mail möglich:

info@venedignurmitdir.de

WAZ 06.06.2013 Aus den Stadtteilen Rüttenscheid Essen Süd

Duisburg Im geistigen Ausnahmezustand

VON CHRISTINA HOETZEL – zuletzt aktualisiert: 02.10.2010

Duisburg (RPO). Eine turbulente Szenenfolge skurriler Situationen erlebte das Publikum bei der Aufführung von “Mr. Pilks Irrenhaus” an der Lise-Meitner-Gesamtschule. Der Literaturkurs der Jahrgangsstufe zwölf schaffte am Donnerstagabend die Balance zwischen Alltäglichem und Abwegigem und unterhielt gekonnt mit rabenschwarzem Humor.

Der Literaturkurs der Jahrgangsstufe zwölf der Lise-Meitner-Gesamtschule führte am Donnerstagabend "Mr. Pilks Irrenhaus" auf.   Foto: RPO

 

 

Der Literaturkurs der Jahrgangsstufe zwölf der Lise-Meitner-Gesamtschule führte am Donnerstagabend “Mr. Pilks Irrenhaus” auf. Foto: RPO

Serie von Mini-Dramen

Ken Campbell schrieb 1973 unter dem Pseudonym Henry Pilk eine Serie von Mini-Dramen ohne Zusammenhang, die sich zu dem Stück zusammensetzen. Unter dem Titel “Unsichtbarkeit oder die beiden Ehemänner” finden sich zum Beispiel zwei Männer in derselben Wohnung wieder, ohne einander sehen zu können. “Wer sind Sie? Was machen Sie hier?”, fragen sie einander. Beide tragen den gleichen Namen, glauben Besitzer der Immobilie zu sein und lieben dieselbe Frau. Die bekommt von den Dramen, die sich abspielen, gar nichts mit und nimmt scheinbar beide mit ins Schlafzimmer.

In einer anderen Szene klagen sich drei Patienten in einer Klinik ihr Leid. “Wir sind geliefert”, ist ihre einhellige Meinung. Ausgeliefert, nicht dem zürnenden Gott, noch einem intergalaktischen Heer, sondern Chefärzten, Proktologen, Urologen. . . “Sie haben Vergnügen daran, uns mit Nadeln zu stechen, und zeigen überdurchschnittliches Interesse an Farbe und Beschaffenheit unserer Exkremente.” Kein Wunder, bei dem Personal: Zwei Krankenschwestern zweifeln selber an ihrem Geisteszustand. Die eine vergisst alles, was sie gesagt hat, sobald sie es gesagt hat. Die andere nimmt der ersten immer die Antworten vorweg. So entsteht ein aberwitziger Dialog.

Zurufe und Pfiffe der Zuschauer

Die vielen Zuschauer hatten am Donnerstagabend ihre wahre Freude an dem durchgängigen geistigen Ausnahmezustand. Sie beklatschten jede Szene und feuerten die Darsteller mit Zurufen und Pfiffen an. Der Ablauf klappte reibungslos, und alle Darsteller überzeugten in ihren Rollen. Sina Hackstein verkörperte gleich drei Personen, da einige Schauspieler ausgefallen waren. Mitgewirkt haben außerdem Jennifer Adam, Burcen Kayacan, Kübra Er, Alice Chodura, Christine Grätz, Jennifer Mrkricka, Lea Backhaus, Simon Blümel, Sabrina Sempell, Sebastian Poock, Dane Herrmann und Charlyn Wolff.

“Die Proben in der letzten Woche waren schwer, aber heute habe ich gemerkt, dass es läuft”, freute sich Kursleiter Winfried Thamm über den Erfolg.